Schweizer Volksmusik

Schweizer Volksmusik

In der ganzen Schweiz, werden schon seit jeher lokale Bräuche gepflegt, die dem Land auf ihre Weise eine enorme Reichhaltigkeit an lebendigen Traditionen und kulturellerAuthentizität bescheren. Aufgrund der vier Landessprachen und der zahlreichen Dialekte, ist die Schweiz ein kulturell und geografisch vielfältiges Land. Die Schweizer Volksmusik betreffend, wird vor allem Tanzmusik gespielt.

Als ein für die Schweizer Volksmusik charakteristisches Musikinstrument, ist die Schwyzerörgeli zu nennen, sie ist die Schweizer Variante der diatonischen Harmonika. Weiter sind Geige, Bassgeige, Klarinette, Maultrommel und das Hackbrett vertreten. Als typisch schweizerisch gilt auch das Alphorn, welches ursprünglich als Signalinstrument und Werkzeug den Hirten diente. Das Alphorn verstummte gar gänzlich im Verlauf der Geschichte, erst mit der Romantik im 19. Jahrhundert erlebte es eine Renaissance und wurde sozusagen neu entdeckt. Die alpenländische Volksmusik hat sich durch schriftlose Weitergabe entwickelt. So wurden von Generation zu Generation Können und Kompositionen weitergegeben. Die älteste schriftliche Überlieferung stammt aus dem Appenzell und datiert aus dem Jahr 1545.

Der wohl bekannteste Gesang, den man als Ruf von Berg zu Berg beschreiben kann, ist das Jodeln. In unwegsamen und gebirgigen Regionen, hat sich das Jodeln, als ein Wechsel von Brust- und Falsettstimme mit Silbenfolge, ohne eine gewisse Wortbedeutung, entwickelt. Jodeln wurde der Verständigung oder zum Eintreiben der Kühe verwendet. Als musikalische Weiterentwicklung wurde das Jodel-Lied im 19. Jahrhundert etabliert und vom Chor als Singen praktiziert und gepflegt. Jodeln wird auch noch als Naturjutz, Ruggusseli oder Zäuerli bezeichnet. Eine beliebte Form des Jodelns ist der Naturjodelgesang (ein- bis fünfstimmiger Jodelgesang), der die ursprüngliche Weise des Singens ohne Worte darstellt. Oft werden mehrstimmig Naturjodelgesänge durch das Erklingen von Alpglocken, dem Schellenschütteln oder dem Talerschwingen, begleitet.

Die verschiedenen Stilrichtungen in der Schweizer Volksmusik

Was Volksmusik ist, kann man heutzutage nicht mehr eindeutige bestimmen. Sehr oft wird die Schweizer Volksmusik mit Ländlermusik gleichgesetzt. Unter Ländler versteht man in der Schweiz nicht nur Tänze im ¾ Takt, sondern auch Mazurkas, Märsche, Schottisch und Foxtrotts. Dieser Begriff entstand mit der Erfindung des Schwyzerörgelis (ca. 1880) und etablierte sich allmählich in der Volksmusik. Bis dahin konnte man in der Schweiz eine bunte Mischung an deutschen, italienischen und österreichischen Melodien, sowie Opern und sogar höfische Tänze hören.

Um ca. 1880 etablierte sich der Begriff Ländlerkapelle, die eine Besetzung mit Klarinette, Zupfbass und Schwyzerörgeli festlegte. Später in den 1960er Jahren, rückte man neben der Vereinheitlichung der Besetzung, mit genau festgelegten regionalen Stilrichtungen nach. Heute unterscheidet man folgende Stile:

Bündner Stil – Diese Stilrichtung ist auf den Kanton Graubünden beschränkt und hat als Besetzung zwei Klarinetten, zwei Akkordeons und eine Bassgeige. Die letzteren zwei sorgen für eine rhythmische und harmonische Begleitung.

Innerschweizer Stil – Typisch für diesen Stil ist das schnelle Spiel, sowie eine Besetzung mit Klavier. Zum Einsatz kommen hier auch noch die Klarinette und die chromatische Handharmonika.

Appenzeller Stil – In der Appenzeller Musik sind Streichmusikinstrumente vorherrschend. So findet man hier zwei Violinen, Cello, Hackbrett und den Kontrabass. Diese Musikrichtung darf eigentlich nicht als Ländlermusik bezeichnet werden.

Moderne Schweizer Volksmusik

Mit der Zeit wurde die traditionelle Volksmusik immer wieder von Musikgruppen und Musikern neu interpretiert, bzw. unter Verschreibung dem alten Stil, neu geschaffen. So kam es in den letzten fünf Jahrzehnten bei den Jugendlichen zu einer starken Abkehr vom Traditionellen und der Dominanz der populären Musik wie Rock und Pop. Insbesondere hat man dies den volkstümlichen TV-Formaten zu verdanken, die immer bunter wurden und auch diverse andere Musikrichtungen aus den Kulturen aufnahmen und dem Publikum vorführten. Solche Sendungen wurden immer beliebter und erfreuen sich heute einem Millionenpublikum.

Schweizer Volksmusik macht in Form des heute populären Schlagers nicht nur Spaß, sondern sie kann auch richtig rocken. Zu den bekanntesten Vertretern der Schweizer Schlagerszene gehören wohl Francin Jordi, Helene Fischer, Beatrice Egli, Leonard, Vico Torrianiund viele weitere mehr.